Dialog zwischen Wirtschaft und Stadtspitze: Oberbürgermeister Fuchs setzt auf Umsetzung statt Masterpläne

Quelle: Rena Ronge / R-Factory

Rund sechs Monate nach seinem Amtsantritt stellte sich Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs beim Abend „Netzwerke im Dialog“ den Fragen der Organisatoren und Vertreter:innen aus Unternehmen und Institutionen. Die Veranstaltung im Mövenpick Hotel Münster markierte einen zentralen Austauschpunkt zwischen Verwaltungsoberhaupt und einer breiten Kooperation regionaler Akteure.

Der Landesverband Westfalen des Verbands der Unternehmerinnen (VdU) hatte gemeinsam mit der Alexianer GmbH, dem Mövenpick Hotel Münster, der R-Factory eG, den UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH), dem Westfalen e.V. sowie der Wirtschaftsinitiative Münster e.V. (WIN) zu diesem Dialog geladen. Moderiert wurde die Runde von Dr. Marie-Theres Thiell (Vorstand VdU Westfalen und Westfalen e.V.) sowie Sandra Wulf (Geschäftsführerin WIN).

Ehrliche Bestandsaufnahme und neue Prioritäten

Ein halbes Jahr nach seinem Einzug ins Rathaus nutzte Tilman Fuchs den Abend für eine erste Bilanz. In der Diskussion, die nicht nur auf dem Podium, sondern unter aktiver Einbeziehung des Plenums stattfand, räumte Oberbürgermeister Fuchs auch einige Versäumnisse der Vergangenheit ein. Insbesondere bei der Vermarktung von Gewerbeflächen habe es in den letzten Jahren eine Stagnation gegeben, die nun aufgebrochen werden müsse. Fuchs betonte, dass die Ausweisung neuer Areale sowie das Vorhalten von Reserven – auch durch interkommunale Zusammenarbeit u.a. bei Logistikbedarfen – Ziel sei. Neben der Attraktivität der Innenstadt müsse zudem die infrastrukturelle Versorgung in den Stadtteilen gesichert werden.

Wohnraum und Verwaltungsmodernisierung

Ein zentrales Thema war die Beschleunigung von Bauvorhaben. Entscheidend sei die reale Schaffung von Wohnraum für Familien sowie kleinerer Wohnungen u.a. für Auszubildende, Studierende und weiterer Personengruppen, so Fuchs. Bestehende Konzepte wie „Modellquartiere“ dürften nicht zu lange in Planungsphasen verharren. Als Beispiel für pragmatische Lösungen nannte er private Initiativen wie das Azubiwohnheim im Oxford-Quartier.
Auch in der Verwaltungsmodernisierung kündigte der Oberbürgermeister einen Kurswechsel an. Statt umfassender Masterpläne setze er auf bürgernahe Digitalisierungsschritte, die unmittelbar bei den Unternehmen ankommen. Als konkretes Projekt nannte er die Vereinfachung und Digitalisierung von Handwerker-Parkausweisen, um administrative Hürden im Arbeitsalltag abzubauen.

Frauen in Führung, gesellschaftliche Verantwortung und messbare Ziele

Im Bereich der Gleichstellung differenzierte Fuchs zwischen Verwaltung und freier Wirtschaft: Während er die Förderung von Frauen in Führungspositionen innerhalb der Stadtverwaltung aktiv vorantreiben wolle, vertraue er in der Wirtschaft auf die bereits bestehenden und erfolgreichen Projekte der Wirtschaftsinstitutionen. Darüber hinaus wolle er das Thema aber auch bei seinen Unternehmensbesuchen ansprechen. Das gesellschaftliche Engagement in Münster wolle er dadurch fördern, dass bürokratische Lasten für ehrenamtlich Tätige konsequent reduziert werden.
Zum Abschluss des Abends formulierte Tilman Fuchs ein Ziel bis zum Ende der Legislaturperiode am 31. Oktober 2030: Er arbeite darauf hin, durchgängige Öffnungszeiten in den städtischen Bädern sicherzustellen. Dieses Ziel stehe symbolisch für seinen Anspruch, die Verwaltung wieder stärker an den praktischen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger auszurichten.


Über die Kooperation:
Die Veranstaltung „Netzwerke im Dialog“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des VdU Westfalen, der Alexianer GmbH, dem Mövenpick Hotel Münster, der R-Factory eG, den UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH), dem Westfalen e.V. und der WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V.. Ziel ist es, durch den direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft Impulse für den Standort Münster zu setzen.