Mobilitätsmanagement als Erfolgsfaktor für Unternehmen

Quelle: Katrin Liebert

„Nachhaltiges Mobilitätsmanagement ist weit mehr als Klimaschutz: Es ist ein echter Wettbewerbsvorteil“, betont Mathias Kersting, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Münster (WIN). Bei einer Veranstaltung des Vereins in der FOM Hochschule wurde darüber diskutiert, wie Unternehmen durch neue Mobilitätskonzepte Kosten senken, Fördermittel sichern und ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern können.

Nachhaltige Mobilität in Unternehmen wird derzeit öffentlich finanziell unterstützt: Bund und Länder stellen insgesamt rund eine Milliarde Euro an Fördermitteln bereit. Wie bei der Veranstaltung durch David Blome, Produktmanager Mobilitätsdienstleistungen Stadtwerke Münster GmbH, erläutert wurde, profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) von Angeboten wie einer kostenlosen Erstberatung durch die Stadtwerke Münster. Zudem gibt es finanzielle Zuschüsse für die Erstellung und Umsetzung konkreter Mobilitätskonzepte.

Während kleinere Betriebe oft über Förderungen einsteigen, nutzen größere Unternehmen das Mobilitätsmanagement bereits als festen Bestandteil ihrer Strategie. Neben der reinen Kostenreduzierung dient dies zunehmend der Stärkung der Arbeitgebermarke. „Viele Mitarbeitende wohnen außerhalb Münsters. Flexible Mobilitätsangebote sind daher auch ein wichtiger Faktor zur Gewinnung von Fachkräften“, so der WIN-Vorsitzende Mathias Kersting.

Dass die Umstellung in der Praxis komplex ist, berichtete Dr. Daniel Baumkötter, Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Die sukzessive Umstellung des Fuhrparks auf Elektroantrieb – etwa bei Baggern – sowie der Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur seien im Schwerlastbereich weiterhin mit Herausforderungen verbunden.

Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Entwicklung im Gewerbegebiet Loddenheide. Hier ergeben sich durch die geplante Reaktivierung der WLE-Bahnstrecke und einen neuen Bahnhaltepunkt am Martin-Luther-King-Weg künftig neue Anbindungen. Zudem wurden Ansätze für Kooperationen zwischen ansässigen Firmen diskutiert, beispielsweise die gemeinschaftliche Nutzung von Ladeinfrastruktur, um Synergieeffekte zu erzielen.