„Unbesetzte Kita-Plätze eine Folge des mangelnden Wohnraums“
Nach den angekündigten Kita-Schließungen kommt jetzt die Nachricht, dass Kita-Plätze bei freien Trägern unbesetzt bleiben. „Hier wird sichtbar, worauf Unternehmen schon seit langem aufmerksam machen: Fehlender bezahlbarer Wohnraum zwingt vor allem junge Familien dazu, aus Münster wegzuziehen“, stellt Sandra Wulf, Geschäftsführerin der WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V., fest. Die Leerstandsquote sei seit Jahren verschwindet niedrig, die Wohnpreise stiegen weiter, während die Zahl der Wohnungsfertigstellungen in 2024 wieder stark gesunken sei: auf weniger als die Hälfte des Wertes von 2023. Seit Jahren sei ein negatives Wanderungssaldo insbesondere bei den 25- bis 44-Jährigen zu verzeichnen. „Wenn Familien oder Familiengründende Münster verlassen, macht sich das natürlich irgendwann auch bei der Zahl der belegten Kita-Plätze bemerkbar und wird nach und nach weitere (Bildungs-)Infrastruktur-Angebote negativ betreffen. Vor allem aber betrifft es die Unternehmen, die Fachkräfte suchen oder deren Mitarbeitende lange Wege zur Arbeit zurücklegen müssen – Verspätungen wegen Stau oder Zugausfall und höherer eingeschlossen“, so Sandra Wulf.
Gleichzeitig berge die steigende Zahl unbesetzter Kita-Plätze auch die Gefahr, dass Träger aus der Kita-Betreuung ausstiegen und so Betreuungsangebote wegfielen: „Das wären wirklich schlechte Nachrichten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf!“ Daher fordere die WIN schnellere Lösungen beim Thema Wohnraum: „Wir müssen zügig neuen Wohnraum schaffen und dafür gemeinsam mit allen handelnden Akteuren Lösungen umsetzen“, so Wulf.
